logo
muster_oben
 

 

 

linierot

Musik aus den Bergen der Welt

Bereits zum dritten Mal findet vom 30. Juli bis 1. August auf einer Alp über dem Walliser Dorf Anzère das MMM Festival „Musique des Montagnes du Monde“, Musik aus den Bergen der Welt, statt. Die diesjährige Ausgabe ist gleichzeitig eine Hommage an den Mäzen und Gründer des Festivals Thierry Jacquillat, französischer Unternehmer und langjähriger Gast von Anzère, welcher im vergangenen Januar unerwartet verstorben ist. Das Konzept des Anlasses bleibt den beiden Vorjahren treu: Die zwei Konzertabende am 30. und 31. Juli finden hoch oben auf der Alp statt, welche vom Dorf aus zu Fuss in einer musikalischen Prozession in 90 Minuten erreicht werden kann. Für weniger Wanderfreudige steht für den Alpaufzug auch ein Bus zur Verfügung. Am 1. August hingegen wird zum Nationalfeiertag auf dem Dorfplatz in Anzère aufgespielt. Neu steht dieses Jahr auch ein Camping zur Verfügung und das lokale Tourismusbüro bietet Bergwanderungen an.

Neben zwei Konferenzen mit Musikethnologen über die Musiktraditionen des Iran, von Georgien, Marokko, der Apenninen und des Nepal, können Workshops zu Musik aus den Bergen, geleitet von einigen Musikern des Festivals, besucht werden. Auf dem Konzertprogramm schliesslich steht hochkarätige Musik mit den Frauen des Ensembles Rhoum El Bakkali aus Chefchaouen in Marokko, dem persischen Meistersänger Mozafar Shafii begleitet vom Ensemble Râst aus dem Iran, georgischer Chorgesang mit dem Ensemble Basiani, das Ensemble Singhini mit seiner Musik aus den nepalesischen Königsstädten, sowie die Gruppe Siculafolkexpress aus Sizilien.

linierot

Freitag 30.7. bis Sonntag 1.8.2010
www.mmm-festival.org

 
   
 
Erschienen

Paz Luaces

Timeless Cuba
(2010)

[tbb] Paz Luaces lebt in Bern, hat bereits mit Polo Hofers Schmetterband gesungen, Konzerte mit der Jazzlegende Ray Anderson gegeben und die ETH-Big Band aus Zürich angeführt. Jetzt hat sich die Sängerin einen alten Traum erfüllt: Sie wollte die zeitlosen Lieder aus ihrer Heimat Kuba singen und aufnehmen. Auf ihrer CD «Timeless Cuba» tut sie das jetzt mit Überzeugung und Leidenschaft. Ihre grosse Liebe zum Ausgangsmaterial spürt man in jedem Lied. Luaces singt Balladen wie «Juguete» mit grossem Gefühl, Lieder wie «Sabor a mi» mit Leichtigkeit und Spritzigkeit. Ihre Stimme trifft für jedes Stück den richtigen Ton. Die Band, Lazara Cachao (Piano), Antonio „el Yuma“ (Schlagzeug), Kees (Bass)), Juan Carlos Abreu und Enso Verdu (Perkussion) und Orbe Ortiz (Tres), schafft dazu einen präzisen polyrhythmischen Untergrund – besonders gelungen zum Beispiel im Stück «En el Tiempo de la Colonia». Paz Luaces fühlt sich in vielen Kontexten wohl. Das macht ihre neue CD eindrücklich klar.

 

PLAY  Play      [CD-Details]

 

[Alle Besprechungen]
 
Hinweise

Frédéric Bruly Bouabré & Ataa Oko in Lausanne

Collection de l'Art Brut
Bis am 22. August

Zwei Altmeister unter den afrikanischen KünstlerInnen sind zur Zeit in der Art Brut-Sammlung in Lausanne zu Gast: Frédéric Bruly Bouabré, 1923 in der Côte d'Ivoire geboren, war schon in der Kunsthalle Bern oder an der Dokumente in Kassel zu sehen. Sein Werk begann vor über 60 Jahren mit einer göttlichen Vision. Ausgehend von der Sprache der Bété, seines Stammes, hat er ein ausgeklügeltes Alphabet geschaffen, welches 449 den Silben entsprechende Piktogramme umfasst. Damit können Sprachen der Welt geschrieben werden. Eine seiner weiteren poetischen Zeichensammlungen erklärt die Welt ausgehend von einer Bananenschale, einer Wolkenform oder von Hautritzungen.

Ataa Oko begann erst mit 83 Jahren zu zeichnen. Aus dem Gedächtnis stellte er figürliche Särge dar, die er in seiner Vergangenheit als Schreiner angefertigt hatte; zum Beispiel Särge in Form eines Fisches für einen Fischer oder in Form einer Tomate für einen Bauern. In seinen grafischen Kompositionen befreite er sich allmählich von seinen Erinnerungen, um eine Fülle neuer farbenprächtiger Bildmotive zu schaffen: Tiere, Personen, Früchte oder imaginäre Lebewesen, darunter auch Ungeheuer. Vor seinem Haus sitzend setzt der heute 90-jährige Ataa Oko unbeirrt sein Werk fort.

   
 
   © artlink | Büro für Kulturkooperation      Design: Eva Rolli Visuelle Gestaltung