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Palmyra,
Aleppo, Homs…

[ma] In unserem eben erschienenen Bericht und Ausblick 2015/2016 (hier als pdf) sprechen auch wir das Thema „Flüchtlingskrise“ an, ein (Un)Wort, welches seit Längerem grosse Präsenz in den Medien hat. Seit vielen Jahren haben wir mit Kulturschaffenden zu tun, welche aus Ländern kommen, aus denen heute viele Menschen flüchten müssen, Regionen, die grosser Zerstörung ausgesetzt sind. So auch aus Syrien. Einige mussten ihr Land wegen dem Krieg verlassen, andere waren ausserhalb des Landes am Arbeiten oder am Studieren, und konnten nicht mehr zurückkehren. Einige haben hier geheiratet und können bleiben, andere mussten ein Asylverfahren durchmachen. Der syrische Saxophonist Basel Rajoub lebt seit 2011 in Genf und hat soeben seine neue CD präsentiert (siehe Bericht unten). Sein musikalisches Projekt heisst „Soriana“, unser Syrien, die Mitmusiker sind in ganz Europa und in den USA verstreut. Auch der Oud-Spieler Bahur Ghazi aus Dara‘a kam 2011 in die Schweiz, lebt in Chur und ist seit letztem Jahr anerkannter Flüchtling. Sein aktuelles Bühnenprojekt heisst „Palmyra“, ein von Bahur auf der Basis der arabischen Makamat komponiertes Musik- und Tanzstück, welches ab 11. Juni bis Ende September in zahlreichen Schweizer Städten zu hören und sehen sein wird (siehe Agenda). Zusammen mit seiner Frau, der Sängerin Najat Suleiman, lebt der Musiker und Komponist Hassan Taha in Bern. Er ist in Homs geboren. Nach einem Studium an der Musikhochschule in Maastricht kam er in die Schweiz und hat 2012 einen Master für ...mehr

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Erschienen

Basel Rajoub - Soriana Project

The Queen of Turquoise
Jazz Village (2016)

[ma] Wie hochprozentig dunkle Schokolade auf der Zunge zerfliessen die Melodien, welche Basel Rajoub mit der Flöte Duclar oder dem Saxophon spielt. Nachdenklich bewegen sich die Töne von Note zu Note, um dann unvermittelt davonzurennen, angetrieben durch filigrane Trommelschläge. Eine arabische Laute Oud oder Kastenzither Qanun mischen sich ein, markieren Tiefen, gesellen sich zu den Melodien oder setzten sich in eigene Richtungen ab. Gelegentlich ist es der delikate Gesang von Lynn Adib, der in den Vordergrund tritt und den Lead übernimmt. Emotionale Tiefe, grosse Virtuosität und Improvisationsfreude prägen das nun dritte Album des syrischen Musikers, welches er Ende Mai an Konzerten in mehreren Schweizer Städten getauft hat. „Asia“, das Vorgängeralbum von 2013, hat Basel Rajoub in Beirut aufgenommen und selbst produziert, „The Queen of Turquoise“ nun ist auf dem Harmonia-Mundi-Label „Jazz Village“ in Paris erschienen. Der Saxophonist lebt seit 2011 in Genf, Feras Chahrestan (Qanun), der schon auf „Asia“ zu hören ist, als syrischer Flüchtling in Stockholm – weshalb er in den letzten Jahren praktisch nicht mehr reisen konnte. Andrea Piccioni, der Perkussionist, wohnt in Rom, die Sängerin in Paris, und der Oud-Spieler Kenan Adnawi gar in Philadelphia. Diese heute schon typische Situation für syrische Künstler macht es nicht einfach, das Soriana Project auf Tournee zu bringen. Wenn es aber unterwegs ist: unbedingt hingehen. Ansonsten: CD hören. Da ist 100% Musik vom Feinsten drin.  

 

       [CD Index]

[Alle Besprechungen]

 

 
Hinweise

SüdKulturFonds

Die ersten Beiträge 2016


[ma] Seit Anfang Jahr wurden 41 Gesuche an den SüdKulturFonds behandelt. 13 davon erhielten einen negativen Bescheid, meist weil das Projekt nicht den Prioritäten des Fonds entspricht. Dies ist oft der Fall, wenn die eingeladenen KünstlerInnen schon lange in Europa leben und kaum noch eine Bedeutung für die Kulturszene ihres Herkunftslandes haben (siehe dazu auch die Informationen hier). Von den 38 bewilligten Beiträgen gingen CHF 163‘600 an 21 Gesuche aus der Sparte Musik, CHF 27‘500 an vier Tanz- oder Theaterprojekte, sowie CHF 14‘000 an der Gesuche der Sparte Literatur, darunter zwei literarische Übersetzungen. Über die Hälfte der Summe in der Sparte Musik geht an Jahres- oder Halbjahresprogramme von Musikveranstaltern in Genf, Fribourg, Bern und Zürich. Mit ihren über das gesamte Jahr verteilten Konzerten mit MusikerInnen aus dem Süden und Osten der Welt sind sie Teil eines europäischen Netzwerkes, welches diesen KünstlerInnen Auftrittsmöglichkeiten bietet, die für eine internationale Karriere wertvoll sind und auch einen wichtigen Teil ihres Einkommens generieren.

 

Weitere Informationen und die Antragsformulare zum SüdKulturFonds sind hier zu finden, die Listen der unterstützten Projekte hier.

   
 
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