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Saitenvielfalt

[ma] Das 9. Gipfeltreffen der Gitarren am Jurafuss lädt dieses Jahr wiederum einige artverwandte Instrumente auf die Bühne… und expandiert nach Bern: Mit Lingling Yu ist die chinesische Pipa zu hören, welche im grossen Land der aufgehenden Sonne etwa so populär ist wie in Europa Klavier oder Gitarre. Gespielt mit Metallfingerspitzen und aufgrund ihres sehr flachen Resonanzkörpers entwickelt die Pipa einen ganz eigenen, perkussiven Klang, der Ling Ling Yu mit klassischen chinesischen und auch mit zeitgenössischen Kompositionen ausgezeichnet zur Geltung bringt. Als Kontrast zu ihrem Spiel wird in der reformierten Kirche in Pieterlen am selben Abend der brasilianische Gitarrist Aliéksey Vianna zu hören sein, dessen Repertoire sich zwischen europäischer und lateinamerikanischer klassischer Musik bewegt. Ein afrikanischer Abend ist mit den beiden Sängern und Gitarristen Clem Mounkala aus Kongo und Doctor King’esi aus Kenia im Kirchenzentrum Langnau angesagt. Die Argentinierin Violeta Ramos ergänzt – im Duo mit ihrem Partner Richard Schneider an der Gitarre - die Instrumentenpalette des Festivals mit der Paraguay-Harfe, auf der Halbtöne im Gegensatz zur europäischen Harfe nicht über Fusspedale sondern über das Drücken auf die Saitenenden erzielt werden, was der Melodieführung eine ganz eigene Prägung verleiht (Theâtre de Poche, Biel). Mit Juan Falú, Meister der klassischen Gitarre aus Argentinien, gastiert das Festival zu ersten Mal im ONO Bern. Neben weiteren europäischen Musikern wird übrigens auch der seit den 1970er Jahren bestens bekannte Jazzer Philip Catherine aus Belgien zu hören sein.

 

Guitarras del Mundo. Biel, Pieterlen, Bern, Lengnau
5. bis 26. Februar 2010

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Erschienen

Kabul Ensemble

Taranom
Rameshgar/ENJA
(2009)

[tbb] Endlich ist sie da: Die neue CD des Ensemble Kabul aus Genf. Der Vater - Hussain Arman - , sein Sohn - Khaled Arman – und seine Tochter - Mashal Arman - schwelgen in Erinnerungen an die einst so lebendige Musikszene Afghanistans der 1960er Jahre. Ihre Musik klingt wunderschön sperrig. Stolz, fast etwas stur, schreitet sie in mittleren Tempi stetig voran. Khaled flechtet mit seiner erdig klingenden Laute Rubab ungeschliffene Melodien ein. Hussain und Mashal singen mit warmen und leuchtenden Solostimmen. Roh und doch geschmeidig klingt diese wunderschöne Musik. Die Lieder sind voller Fernweh: nach der kulturellen Vielfalt, Tiefe und Magie einer Heimat, die seit zu vielen Jahren nur mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam macht. Das Ensemble Kabul hat auf vielen Konzertbühnen der Welt gespielt und 2003 sogar den BBC World Music Award gewonnen. Man darf gespannt sein, was die Gruppe mit dieser neuen CD erreichen wird.

 

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Hinweise

Queen Ifrika in Zürich

Samstag, 13. Februar 2010. 21.00
Rote Fabrik, Aktionshalle

Wie kann dieser zierliche Körper eine solch gewaltige Stimme hervorbringen, fragt man sich, während man die Musik und die äussere Erscheinung der jamaikanischen Sängerin Queen Ifrica in Einklang zu bringen versucht. Und auch in ihrem Stil vereint die Tochter von Ska-Legende Derrick Morgan Gegensätze: Sie paart ruppige Deejay-Attitüde mit fragilen, emotionalen Tönen und nimmt dabei das böse Babylon doch stets unter heftiges Sperrfeuer. Seit sie den Neunziger Jahren von Tony Rebel entdeckt wurde und sich mit Stücken wie "Daddy" und "Below The Waist" auf der Insel etablierte, prägen Integrität und Selbstbewusstein ihr künstlerisches Schaffen. Alle eifrigen Versuche von Produzentenseite die Queen zu mehr Ruch- und Rücksichtslosigkeit zu überreden oder andersweitig zu einem grossen Hype zu verbiegen, wehrte sie bislang kühlen Kopfes ab.

   
 
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