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Zwischen den Klischees

[jk] Dub von Istanbuls bekanntester Post-Hippie-Truppe, glasklare Balladen aus Kurdistan, digital-analoge Sound-Collagen und Neues auf dem Klavier: vier Tage spannendes türkisches Musikprogramm im Museum Rietberg. Istanbul ist auf vielen Ebenen eine Brückenstadt: zwischen den Kontinenten, zwischen den Kulturen, zwischen den Zeiten, aber voll in der Gegenwart.

Dubschlaufen und Bauchtanz, Girlanden-Melodien auf der Saz, tiefe Bassgrooves und Sprachfetzen: Baba Zula bedienen sich hemmungslos aus allen Musikschubladen. Sie sind Sound-Hedonisten und spielen mit der Zeit. Der Konzertanfang ist jeweils klar, wann die Party aufhört nicht immer – das kann spät werden.

Aynur Doğan verpasste der türkischen Popwelt vor etwas mehr als fünf Jahren so was wie einen Kulturschock: sie brachte die kurdische Sprache in die Pop- und Filmwelt. Das war nicht als Provokation beabsichtigt, sondern als Selbstverständlichkeit. Sie wehrt sich seither auch erfolgreich dagegen, als musikalische Stimme des kurdischen Volkes instrumentalisiert zu werden. Tuna Pase kommt aus der experimentellen Welt. Sounds stehen gleichberechtigt neben Melodien, Worte lösen sich in Geräusche oder Klangfetzen auf. Verwoben mit Video und Bild baut Tuna Pase ihre mehrdimensionalen Collagen für alle Sinne. Und Pianist Metin Ülkü begeistert mit derselben Leidenschaft seine Schüler für die Werke der europäischen Klassik wie sein Publikum als gefeierter Botschafter von zeitgenössischen Werken türkischer Komponisten. Teil seines Zürcher Rezitals wird die Welt-Uraufführung eines Werks von (Film-)Komponist Emre Dündar sein.

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Baba Zula

Istanbul Festival, Museum Rietberg Zürich
Donnerstag 2. bis Sonntag 5. Februar

 
   
 
Erschienen

Ochumare

"Somos Ochumare"
2011

[ma] Für ihre zweite CD ist die in Lausanne lebende kubanische Sängerin, Geigerin und Komponistin Yilian Cañizares mit ihrer ganzen Band „Ochumare“ nach Havanna ins Studio gereist und hat sich vom einzigartigen Ambiente ihrer Heimatstadt inspirieren lassen. Entstanden sind zehn Kompositionen, welche nach Latin-Jazz, kubanischem Son, argentinischem Tango oder gar Swing schmecken, manchmal eine einem vertraut tönende Melodie anspielen, um sich dann aber auf und davon zu machen. Die elegant sonore Stimme Yilians und ihr improvisationsfreudiges Geigenspiel wird von ihren ausgezeichneten Bandgefährten Pity Cabrera aus Kuba am Piano, David Brito aus Venezuela am Bass und dem Schweizer Cyril Regamey am Schlagzeug begleitet. Bemerkenswert auch die Gastmusiker Lino Lores, welcher im zweiten Thema der CD virtuos die kubanische Tres erklingen lässt, sowie Julio Padrón mit zwei coolen Trompetensoli. Ein sorgfältig produziertes Album einer Gruppe, von welcher noch einiges zu hören sein wird.

 

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Hinweise

SüdKulturFonds

Gutsprachen der Fachkommission Musik vom
13. Dezember 2011

An ihrer Sitzung vom 13. Dezember 2011 lagen der Musik-Kommission des SüdKulturFonds zur Hälfte Gesuche für einen Beitrag an geplante CD-Produktionen vor. Sie stellte eine mehrheitlich hohe Qualität der Projekte fest und beschloss, fünf Anträge mit Beiträgen zwischen CHF 1500 und 7500 zu unterstützen. Im Weiteren kamen drei Musikfestivals in Locarno, Alt St. Johann (Toggenburg) und Winterthur in den Genuss eines eher kleineren Beitrages, da nur einzelne KünstlerInnen der Programme aus Afrika, Lateinamerika, Asien oder Osteuropa stammen. Ein weiteres Festival im Raume Biel/Bern zu Gitarre und weiteren Saiteninstrumenten erhielt CHF 5000 zugesprochen, da die Mehrheit der auftretenden KünstlerInnen den Kriterien des Fonds entspricht. Schliesslich konnte auch die Tournee eines ghanaisch/englischen Musikprojektes unterstützt werden, welches für ein Filmfestival nach Bern eingeladen und im Anschluss weitere Konzerte in Zürich und Nyon geben wird. Ausführliche Informationen zum SüdKulturFonds sind hier zu finden, die aktuelle Liste der seit Januar 2011 unterstützten Projekte hier.

   
 
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