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Newsletter

 

März 2012

 

In unserem Newsletter informieren wir Sie sowohl über artlink-eigene Veranstaltungen, wie auch über andere Lesungen mit AutorInnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Osten Europas in der Schweiz.

Sreten Ugričić in Zürich und Luzern
Dany Laferrière in Zürich
Lyonel Trouillot und Maissa Bey in La Chaux-de-Fonds
Priya Basil an "Erzählzeit ohne Grenzen"
Taiye Selasi in Zürich
Fawwaz Haddad im Literaturhaus Zürich
Vorschau: Salon Africain in Genf; Veranstaltungen mit Patrice Nganang und Chalid al-Chamissi
Der Andere Literaturklub 2013


Writer in Residence in Zürich: Sreten Ugričić. Lesungen in Luzern und Zürich
Sreten Ugričić, der Autor, Philosoph, Astronom und Konzeptkünstler, ist ein offener, kluger Geist, wie ihn viele nicht ertragen können. Vor allem dann nicht, wenn sie nationalistisches Gedankengut verinnerlicht haben und den Heldentaten ihrer Vorfahren nachtrauern (seien diese nun Mythos oder Wirklichkeit). In seinem bislang einzigen auf Deutsch veröffentlichten Buch "An den unbekannten Helden" (Dittrich 2011) entmythologisiert Ugričić das Attentat auf den österreichischen Thronfolger in Sarajevo, das fast hundert Jahre lang in Serbien gefeiert und verehrt wurde. Soviel Scharfsinn und Provokation verträgt eine zutiefst verunsicherte Gesellschaft kaum: Ugričić verlor seinen Posten als Direktor der Nationalbibliothek nach zehn Jahren und wenige Wochen nach der Machtübernahme der Serbischen Nationalisten. Seither lebt er im Exil und beobachtet das Geschehen als kritischer Intellektueller von aussen. Bis Ende Mai ist er Writer in Residence in Zürich. www.writers-in-residence.ch/
5. März 2013, 20 Uhr, Loge Luzern: Melinda Nadj Abonji & Sreten Ugriĉić www.logeluzern.com
7. März 2013, 19.30 Uhr, Literaturhaus Zürich: Anti-Utopia – Utopia. Eine Performance. Eine Lesung.
Texte von Ugričić werden gelesen und performed von Sreten Ugričić, Melinda Nadj Abonji und Balts Nill www.literaturhaus.ch/

19. März 2013, 18.30 Uhr, ETH Zürich: Dany Laferrière (Haiti/Kanada/USA)
Bekannt geworden ist der aus Port-au-Prince stammende Autor mit seinem Roman "Comment faire l'amour avec un nègre sans se fatiguer". Seine "Amerikanische Biographie" umfasst zahlreiche Romane, die das Leben und insbesondere die Themen Rasse und Klasse in Nord und Sud des amerikanischen Kontinents nachzeichnen. Im Mai wird sein Roman "L'énigme du retour" unter dem Titel "Das Rätsel der Rückkehr" auf Deutsch erscheinen (www.wunderhorn.de).
Dany Laferrière hat in diesem Frühjahr eine Gastprofessur für Französische Literatur und Kultur an der ETH Zürich und hält eine Vorlesung unter dem Titel "J'écris comme je vis".
Am 19. März gibt es im Rahmen der Semaine de la langue française et de la Francophonie eine öffentliche Veranstaltung mit Dany Lafferière: ETH - HG D 7.1, Rämistr. 101, Zürich, 18.30 Uhr www.slff.ch/

"Ma bibliothèque idéale" mit Lyonel Trouillot und Maissa Bey im Club 44 in La Chaux-de-Fonds
Wie sieht meine ideale Bibliothek aus? Diese Frage beantworten der Journalistin Isabelle Rüf jeweils zwei AutorInnen an zwei Abenden, aus Anlass des 175-jährigen Bestehens der Stadtbibliothek La Chaux-De-Fonds:
Am 20. März 2013 sind dies der Vaudois Michel Layaz und der haitianische Autor Lyonel Trouillot, für den Literatur "wie eine Faust ins Gesicht" ist: "L’écriture comme un acte de subversion". Von Trouillot ist übrigens 2012 im kleinen Haiti-Verlag litradukt "Jahrestag" (Bicentaire) auf Deutsch erschienen www.litradukt.de .
Am. 21. März 2013 begegnet Daniel de Roulet der Algerierin Maissa Bey, deren Romane und Erzählbände besonders den algerischen Frauen Stimmen geben und Fragen nach Schuld und Verantwortung in der algerischen Geschichte stellen. Auf Deutsch sind im Kinzelbach Verlag "Nachts unter dem Jasmin" und "Ausgeblendet" erschienen www.kinzelbach-verlag.com/.
20. März 2013, 20 Uhr 15: Michel Layaz et Lyonel Trouillot
21. März 2013, 20 Uhr 15:
Maïssa Bey et Daniel de Roulet
Club 44, 64 rue de la Serre, 2300 La Chaux-de-Fonds, www.club-44.ch

 

9. April 2013: Priya Basil an "Erzählzeit ohne Grenzen"
Am grenzüberschreitenden Literaturfestival im Raum Singen - Schaffhausen wird die britische Autorin Priya Basil zu Gast sein. Ihr erster preisgekrönter Roman "Ishq and Mushq" folgt einer Sikh-Familie und besonders der eigenwilligen Mutter von Indien über Kenia nach England. Basil, die in London geboren und in Kenia aufgewachsen ist, stellt ihren auf Deutsch übersetzten Roman "Die Logik des Herzens" (Schöffling) vor.
9. April 2013, 19.30 Uhr, Katholische Kirche, Schwarzadlerstrasse, 8226 Schleitheim
www.erzaehlzeit.com/

 

16. April 2013, 20 Uhr, Kaufleuten Zürich: Taiye Selasi "Diese Dinge geschehen nicht einfach so" Lesung und Gespräch
In Boston, London und Ghana sind sie zu Hause, Olu, Sadie und Taiwo. Sechs Menschen, eine Familie, über Weltstädte und Kontinente zerstreut. In Afrika haben sie ihre Wurzeln und überall auf der Welt ihr Leben.
Bis plötzlich der Vater in Afrika stirbt. Nach vielen Jahren sehen sie sich wieder und machen eine überraschende Entdeckung. Und sie finden das verloren geglaubte Glück – den Zusammenhalt der Familie. Endlich verstehen sie, dass die Dinge nicht einfach ohne Grund geschehen.
Taiye Selasi, die mit dem Begriff "Afropolitan" eine neue Generation von Weltbürgern mit afrikanischen Wurzeln bezeichnet, ist in London geboren und wuchs in Massachusetts auf. Ihre Eltern, beide Ärzte und Bürgerrechtler, stammen aus Ghana. "Diese Dinge geschehen nicht einfach so" ist ihr erster Roman und ein grosser Erfolg.
www.kaufleuten.ch/

 

26. April 2013, 19.30: Literaturhaus Zürich, Fawwaz Haddad (Syrien), mit seinem Übersetzer Günther Orth

 Fawwaz Haddad ist ein Beispiel dafür, wie wenig wir über eine Literatur wissen, wenn sie in einer uns unbekannten Sprache geschrieben ist. Der syrische Autor hat neun Romane geschrieben, von denen zwei in der Auswahl für den Arab Fiction Prize waren. Nun erscheint ein erster Roman auf Deutsch: "Gottes blutiger Himmel" (www.aufbau-verlag.de/) .
„Wenn Gott auf der Seite von al-Qaida steht, bin ich bereit, mit dem Teufel zu paktieren“, sagt Haddads Erzähler und begibt sich auf der Suche nach seinem Sohn direkt in die Hölle: Mit Hilfe der Amerikaner und des syrischen Geheimdienstes lässt er sich in den Irak einschleusen, in dem drei Jahre nach dem Einmarsch der US-Truppen die Konflikte ihrem Höhepunkt entgegensieden. Als Atheist und ehemaliger Linksradikaler, der alle Ideologien hinter sich gelassen hat, wird Haddads Held wider Willen zum fassungslosen Zeugen all dessen, was passiert, wenn die Menschlichkeit vorgeschobenen Dogmen geopfert wird. Bis er den verzweifelten, selbstmörderischen Entschluss fasst, sich selbst entführen zu lassen, um endlich zu al-Qaida und damit zu seinem Sohn vorzudringen.
www.literaturhaus.ch/
Mitglieder des Anderen Literaturklubs erhalten für diese Lesung einen Gratiseintritt (http://www.literaturklub.ch/ )

Lesetipp: In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist am 2. 2.13 ein Bericht von Haddad über das Leben in Syrien erschienen. "Schreiben heisst für den Autor dieser Zeilen leben. Aber die gegenwärtigen Umstände lassen mich weder schreiben noch leben." http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/alltag-in-syrien-damaskus-wird-brennen-12050911.html

 

Vorrschau:

 

1. - 5. Mai 2013 Salon Africain du livre, de la presse et de la culture
Der Salon Africain du livre, de la presse et de la culture findet, als Teil des Genfer Buchsalons, zum 10. Mal statt. Im Programm sind die Verleihung des Prix Ahmadou Kourouma und Debatten zu Aimé Césaire anlässlich des hundertsten Geburtstages. Im Autorengespräch geht es unter anderem auch um die Rolle Frankreichs in Ruanda und um die in Frankreich und Afrika vergebenen Literaturpreise. Eingeladen sind zahlreiche afrikanische und karibische Autoren, unter ihnen Boubacar Boris Diop, Henri Lopes, Alain Mabanckou, Scholastique Mukasonga, Patrice Nganang, Hanane Keïta und Mariam Ndoye, sowie mehrere Verlage aus Afrika und der Diaspora.
Detailprogramm (ab April) www.salondulivre.ch
 

Im Anschluss an den "Salon Africian" sind weitere Veranstaltungen mit Patrice Nganang geplant, voraussichtlich in Neuenburg, Bern und Basel. Der aus Kamerun stammende und in den USA lehrende Autor wird seinen Roman "Der Schatten des Sultans" ("Mont Plaisant", Deutsch bei www.peter-hammer-verlag.de ) vorstellen und über den literarischen Umgang mit afrikanischer Geschichte sprechen.
Details demnächst bei www.artlink.ch

 

11. - 13. Juni 2013: Lesereise in Bern, Zürich und Basel mit Chalid al-Chamissi (Ägypten) und seinem neuen Buch "Arche Noah"
In diesem Roman erzählt der Bestsellerautor die ineinander verwobenen Schicksale von Menschen, die mangels Perspektiven aus Ägypten emigriert sind. Weitere Informationen unter www.lenos.ch/

 

5. - 7. Juli 2013 Literaturfestival Leukerbad, u.a. mit Helon Habila
www.literaturfestival.ch/

 

Derr Andere Literaturklub
Auch dieses Jahr erhalten die Mitglieder des Anderen Literaturklubs vier neue Romane aus Afrika, Asien und Lateinamerika in deutscher Übersetzung. Zwei der Titel sind bereits ausgeliefert: Von Alain Mabanckou (Kongo/USA): "Zerbrochenes Glas" und von Jamil Ahmad (Pakistan): "Der Weg des Falken".
Geschenkabos und Neumitgliedschaften sind jederzeit möglich. www.literaturklub.ch/

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