logo
muster_oben
  RSS_Feed   Facebook

 

linierot

Der Andere Literaturklub

 Neue Bücher 2010


Samson Kambalu (Malawi/GB)

Jive Talker

Roman, aus dem Englischen von Marlies Ruβ

Der Name des Jungen bedeutet eigentlich: »Don’t worry be happy«. In einer Welt, wo man nicht gerade mit Goldlöffeln isst und wo hinter jeder Ecke Mambas und Malaria lauern, wird der kleine Samson zum Teenager, der Michael Jacksons Moonwalk perfekt imitiert, Nietzsche mit Vorliebe auf dem Klo liest und sich mit zwölf seine eigene Religion ausdenkt. Sein Vater, der Jive Talker, muss zwar den Traum, ein richtiger Doktor zu werden, gegen eine Anstellung als Hilfsarzt und eine immer größer werdende Familie eintauschen, aber seinem Sprössling impft er einen nie versiegenden Optimismus und den Drang zum Philosophieren ein. Jive Talker ist die sprühende Lebensgeschichte eines Jungen, der in Malawi aufwächst und auszieht, Künstler zu werden. Mit seiner Leidenschaft für die Sprache und einem irrwitzigen Humor bewältigt er Höhen und Tiefen und beschert uns einen rasanten autobiografischen Roman. Der Konzeptkünstler Kambalu, der ihm Roman auch von den Anfängen seines bekanntesten Werkes, der Holyballs, erzählt, lebt heute in London.

 

Muhammad Al-Bissati (Ägypten) 

Hunger

Roman, aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich

Wenn der Magen leer ist und lange leer bleibt, breitet sich diese Leere im ganzen Menschen aus. Sie bemächtigt sich seines Gehirns und seiner Emotionen. Die Suche nach Nahrung wird zum Lebensinhalt, der Mangel zum Dauergedanken. Und der Hunger treibt zu anderen Fragen – existentiellen, politischen, theologischen –, denn er macht auch Klassenunterschiede sichtbar, die sich durch vereinzelte Aktionen der Nächstenliebe nicht übertünchen lassen.
Diesen Zustand führt Muhammad al-Bissati in seinem neuen Roman vor. Am Beispiel einer Familie aus einer ägyptischen Kleinstadt zeigt Hunger die täglichen Anstrengungen der Nahrungsbeschaffung und die Visionen, die über das tägliche Brot hinausgehen. Der Roman gibt so auch einen Einblick in gesellschaftliche Gruppen, deren Stimmen in Zukunft unüberhörbar werden, steht doch der Hunger weit oben auf der Liste der ungelösten Probleme dieser Welt.

 

Claudia Piñeiro (Argentinien)

Die Donnerstagswitwen

Roman, aus dem Spanischen von Peter Kultzen

In Die Donnerstagswitwen erzählt Claudia Piñeiro eine Kriminalgeschichte von der Wirtschaftskrise, die auch die Wohlhabenden in den abgeschirmten Nobelvierteln von Buenos Aires erreicht hat. Die tiefen Risse hinter den glatten Wohlstandsfassaden werden sichtbar: Alkoholismus, Affären, Ehezwist, Kälte. Drei Ehemänner treiben leblos im Swimmingpool. Es scheint, als hätten die Männer den sozialen Abstieg um jeden Preis verhindern wollen ...
Piñeiro hat für ihre besonderen Kriminalromane viel Beachtung bekommen. Die Donnerstagswitwen wurde in Argentinien vor kurzem verfilmt.

Kettly Mars (Haiti)

Fado

Roman, aus dem Französischen von Antje Tennstedt

Nach der Trennung von ihrem Mann erfindet Anaïse sich eine neue Identität und wird zu Frida, einer Prostituierten in einem Bordell von Port-au-Prince. Dank Frida ergreift sie wieder Besitz von ihrem Körper und glaubt aufs Neue an die Liebe. Ein sinnlicher und melancholischer „bewundernswert komponierter“ (Yves Chemla, Africultures), Roman, der im Rhythmus des Fado die Grenzen von Vernunft und Wahn, Leben und Tod verschwimmen lässt. Kettly Mars, die eine aktive rolle im Kulturleben Haitis spielt, ist durch ihre Lyrik bekannt geworden. Fado ist ihr dritter Roman.

 

[Prospekt 2010 als pdf]

linierot





 
   © artlink | Büro für Kulturkooperation      Design: Eva Rolli Visuelle Gestaltung