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Der Andere Literaturklub

 Neue Bücher 2012


Abdellah Taïa [Marokko]

Der Tag des Königs (Le jour du roi)

Roman, aus dem Französischen von Andréas Riehle (Suhrkamp Verlag, ca. 200 Seiten)

 

An der Straße von Rabat nach Salé wartet eine Menschenmenge auf die Ankunft König Hassans II. Mitten darin zwei Jungen. Khalid stammt aus einem herrschaftlichen Haus, Omar aus der armen Vorstadt. Dennoch sind sie unzertrennlich. Omar liebt Khalid, den feingliedrigen Jungen mit den überspannten Ideen. Und Khalid Omar, der mit seinen 14 Jahren schon die Verantwortung für seinen Vater trägt. Doch unter dieser Beziehung der beiden ungleichen Jungen lauern Abgründe. Khalid wurde ausgewählt, als bester Schüler der Klasse, dem König die Hand zu küssen. Er hat Omar nichts davon gesagt. Dieser Verrat verlangt ein Opfer. Lakonisch erzählt Abdellah Taïa, wie Liebe umschlägt in Gewalt unter einem despotischen Regime.

 

Abdellah Taïa, 1973 in Rabat geboren, lebt heute in Paris. Mit seinen Romanen Une mélancolie arabe und L’armée du salut sowie der Offenlegung seiner Homosexualität durchbrach er ein Tabu der arabischen Welt.

 

Aminatta Forna [Sierra Leone/ Großbritannien]

Ein Lied aus der Vergangenheit (The Memory of Love)

Roman, aus demEnglischen von Giovanni Bandini (Deutsche Verlags-Anstalt, ca.650 Seiten)

 

Westafrika: Der britische Psychologe Adrian Lockheart kämpft mit dem Staub und der Hitze Sierra Leones – und mit dem Schweigen eines Volkes, dem er helfen will, die Schrecken der Vergangenheit zu überwinden. Im Krankenhaus findet er unerwartete Freundschaft bei Kai, einem jungen Kollegen, und Elias, einem Patienten, der auf dem Sterbebett damit hadert, während des Krieges den Weg des geringsten Widerstands gegangen zu

sein. Es kristallisiert sich heraus, dass die drei Männer durch mehr verbunden sind, als sie ahnen: durch die Liebe zu derselben Frau. Ein bildkräftiges Epos über gewöhnliche Menschen, die mit ungewöhnlichen Umständen kämpfen müssen; über Freundschaft, Träume und Verluste und die Macht der Liebe.

 

Aminatta Forna wurde in Glasgow geboren, wuchs in Sierra Leone auf und kehrte als Erwachsene nach Großbritannien zurück. Nach einer preisgekrönten Karriere als Journalistin für BBC Television arbeitet sie nun als freie Autorin in London. Ein Lied aus der Vergangenheit ist ihr zweiter Roman; er wurde u.a. mit dem Commonwealth Writer’s Prize ausgezeichnet.

 

Helon Habila [Nigeria]

Öl auf Wasser (Oil on Water)

Roman, aus dem Englischen von Thomas Brückner (Verlag das Wunderhorn,

Reihe AfrikAWunderhorn, ca. 240 Seiten)

 

Port Harcourt, Nigeria, im Delta des Niger. Eine Frau verschwindet. Dies wäre keine Nachricht wert, handelte es sich nicht um eine Britin, die Ehefrau eines hochrangigen Mitarbeiters einer ausländischen Ölgesellschaft, die im Delta und vor der Küste nach Öl bohrt. Die Entführung ist offensichtlich das Werk einer Rebellengruppe, die gegen die Ölgesellschaften kämpft, die das Land ausbeuten und zerstören. Als eine Lösegeldforderung eingeht, wittert der junge Journalist Rufus die Chance zu einer großen Story und macht sich mit dem Starreporter Zaq auf die Suche nach der Entführten – eine Reise in eine apokalyptische Welt. Dieser Bildungsroman ist Um weltkrimi, Politthriller und anrührende Liebesgeschichte zugleich.

 

Helon Habila, 1967 in Nigeria geboren, erhielt für seinen ersten Roman Waiting for an Angel den Caine Prize for African Writing und 2003 den Commonwealth Writers‘ Prize für das beste Debüt. Er lehrt kreatives Schreiben und lebt in den USA und Nigeria.

 

Jabbour Douaihy [Libanon]

Morgen des Zorns (Matar huzairan)

Roman, aus dem Arabischen von Larissa Bender (Carl Hanser Verlag, ca. 300 Seiten)

 

Zwanzig Jahre, nachdem ihn seine Mutter Kamila in die amerikanische Emigration geschickt hatte, kehrt Elija in sein Heimatdorf im Libanon zurück – ein zerrissener, beziehungsunfähiger Mensch. Seinen Vater hat er nie kennengelernt, dieser wurde scheinbar versehentlich bei einer Blutfehde zwischen zwei maronitischen Familienclans erschossen. Neun Monate später kommt Elija auf die Welt – für die Dorfbewohner ein Grund mehr, die jahrelang kinderlos gebliebene Mutter zu beargwöhnen. Diese schickt ihn fort, doch Elija bleibt innerlich gebrochen, solange er sich nicht mit der Vergangenheit seines Vaters auseinandersetzt. Der Autor erzählt von den Gefahren des Ge meinschaftsdenkens und der Zerbrechlichkeit zwischen menschlichen Vertrauens – eine kühne Analyse der Entstehung von Gewalt.

 

Jabbour Douaihy, 1949 geboren, arbeitet als Professor für Literatur im Libanon. Mit Morgen des Zorns zählte er 2008 zu den Finalisten des arabischen Booker-Preises.

 

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