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In Residence

[ma] Ein Aufenthalt in einem Gastatelier im Ausland ist für Kunstschaffende eine wichtige, manchmal gar prägende Erfahrung. Es geht dabei in erster Linie um Freiraum und viel Zeit, welche idealerweise durch ein Stipendium oder einen anderen Förderbeitrag finanziell abgesichert ist und volle Konzentration auf die künstlerische Aktivität erlaubt. Diese umfasst nicht nur das Schaffen an einem Projekt, sondern ebenso das Erkunden eines anderen Ortes, das Erfahren anderer Gepflogenheiten, Sprachen, Klimaverhältnissen. Und natürlich das Networking, heutzutage eine wesentliche Voraussetzung jeder Künstlerkarriere. Kunstschaffende aus der Schweiz sind gerne in den zahlenreichen von Bund, Kantonen und Städten geförderten Auslandresidenzen zu Gast, für viele ist es Teil ihrer Strategie, sich den Lebensunterhalt zu sichern. Dies gilt auch für Künstler und KünstlerInnen aus dem Süden und Osten der Welt. Diese können jedoch meist nicht auf die finanzielle Unterstützung von Institutionen ihres Landes zählen. Erfreulicherweise gibt es in der Schweiz eine ganze Reihe von öffentlich und privaten Initiativen, die solche Gastaufenthalte möglich machen… und eine ausgezeichnete Informationsplattform zu den existierenden Gastateliers und den anwesenden Kunstschaffenden: www.artistsinresidence.ch. Aktuell sind auf dieser Seite fast 100 Künstler und Künstlerinnen aufgeführt, welche in der Schweiz weilen oder bald eintreffen werden. Ein Viertel davon stammt aus ...mehr

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Mariusca Moukengue Moueme (Poetry Slam, Kongo)
ab 20. Juli im Gästeatelier Krone Aarau


 
   
 
Spot

Ensemble Kaboul (Reloaded)

 
[ma] Im Juni berichteten wir, dass das in Genf beheimatete afghanische Ensemble Kaboul eine der seltenen Gruppen aus der Schweiz war, die an der Musikmesse Womex im Programm standen, und zwar 2002. In den letzten Jahren war das Ensemble wegen des hohen Alters seines Sängers Hossein Arman kaum mehr aktiv. Nun hat es in erneuerter Besetzung einen Videoclip aufgenommen, welcher einen Einblick in das aktuelle Repertoire gibt und die Musiker und Musikerinnen präsentiert. Den Gesangspart hat Mashal Arman, die Tochter des bisherigen Sängers, übernommen. Sie hat sich in Genf und Lausanne als Mezzosopran ausgebildet und ist die Schwester des Rubab-Virtuosen Khaled Arman, welcher seit den Anfängen in den 1990er-Jahren das Ensemble Kaboul musikalisch leitet. Sein langjähriger Duo-Partner Siar Hachemi begleitet die Gruppe auf Tabla der und vielen andern Perkussionsinstrumenten. Die Armenierin Meri Vardanyan spielt die Kanun, der Multiinstrumentalist Fashad Soltani die iranische Geige Kamantsche. Gemeinsam erforschen und pflegen sie auf höchstem Niveau die persische Musik Afghanistans, welche heute in Vergessenheit zu geraten droht.

 

Videoclip

 
Hinweise

Fatma Charfi M’Seddi

1955 - 2018

[ma] 1994 organisierte artlink – damals „Kultur und Entwicklung“ – im Kulturpanorama Luzern die erste Einzelausstellung der schweizerisch-tunesischen Objektkünstlerin Fatma Charfi M’Seddi in der Deutschschweiz. Ein Jahr später folgte eine Ausstellung im Frauen-Kunstforum in Bern – wo sie nun auch lebte - und danach zahlreiche Auftritte im In- und Ausland. Im Jahr 2000 gewann sie an der Biennale von Dakar den „Grand Prix Léopold Sédar Senghor“, es folgten Ausstellungen in den USA, in Dubai und immer wieder in Tunesien. Im Zentrum ihrer Arbeiten stand der Abrouc*, eine aus Seidenpapier geknüllte kleine Figur, meist schwarz und manchmal rot, wenn sie für den „Petit Suisse“ stand. Hunderte dieser Figuren bevölkerten Landschaften und Objekte aller Art, manchmal in Plastikdosen eingeschlossen, oder dann durch ein Video irrend.

Die gewalttätigen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und das Zusammenleben in einer von Migration geprägten Schweiz waren die Themen in Fatmas Arbeiten und Texten. Letztere schrieb sie vor allem in den letzten Jahren, als sie aufgrund ihrer Krankheit keine grossen Projekte mehr anpacken konnte. Anfang Mai ist Fatma Charfi in Vevey verstorben und hat in Sfax (Tunesien) ihre letzte Ruhe gefunden. >Facebook

 

* Tunesisch für eine schlaue, durchtriebene Person

   
 
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