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Der Andere Literaturklub

 Neue Bücher 2009


Nathacha Appanah (Mauritius)

Der letzte Bruder (Le dernier frère)
Roman, aus dem Französischen von Karin Krieger (ca. 200 Seiten)

Nathacha Appanah wird in ihrer Wahlheimat Frankreich seit Jahren von Kritik und Publikum gefeiert. Jenseits aller Postkartenidylle zeigen ihre Bücher ein uns unbekanntes Mauritius. "Der letzte Bruder" erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen den zwei Jungen Raj und dem viele Rätsel aufgebenden David. Erst Jahre später entdeckt Raj das Geheimnis des verlorenen Freundes, das verwoben ist mit einer lange verdrängten Schuld der Insel. Und erst am Ende seines Lebens hat er den Mut, sich den Erinnerungen zu stellen, die er seit seiner Kindheit tief in sich verschlossen hat.
Nathacha Appanah wurde 1973 auf Mauritius als Tochter einer indischstämmigen Familie geboren und lebt heute als Journalistin in Paris. Sie begann bereits in ihrer Jugend zu schreiben. "Der letzte Bruder" ist ihr vierter Roman. Er wurde in mehr als fünfzehn Sprachen übersetzt. Appanahs „Stärke liegt in der Schlichtheit ihrer Sprache und dem Vermögen, kraftvolle Bilder herauf zu beschwören.“ Le Nouvel Observateur.

Sinan Antoon (Irak / USA)

Irakische Rhapsodie (I’jaam)
Roman, aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich (ca. 200 Seiten)

Furât, inhaftierter Anglistikstudent und angehender Schriftsteller, bekommt von einem Mitinsassen unbeschriebene Blätter zugesteckt, die er in einer unleserlichen Schrift zu füllen beginnt. Ein gefährliches Unterfangen. Das Land befindet sich im Ersten Golfkrieg, das totalitäre Regime duldet keinerlei Kritik. Im Gefängnis ist Furât Folter und Demütigungen ausgesetzt. Die weißen Seiten geben ihm ein Stück Freiheit zurück. In faszinierendem Wechsel zwischen Erinnerung und Gegenwart, Angst- und Wunschträumen schildert der junge Mann das Leben der Studenten voller abstruser Verordnungen und Verbote, aber auch die glücklichen Momente mit seiner Geliebten Arîdsch und seiner Großmutter – zwei unangepassten Frauen. 
Sinan Antoon wurde 1967 als Sohn eines irakischen Vaters und einer amerikanischen Mutter geboren, seit 1991 lebt er in den USA. Er schreibt Gedichte (The Baghdad Blues 2007) und Essays. Antoon ist auch als Übersetzer und Dokumentarfilmer (About Baghdad, 2004) tätig. Der Assistenzprofessor an der New York University ist 2008/09 „Fellow“ am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Mohammed Hanif (Pakistan)

Eine Kiste explodierender Mangos (A Case of Exploding Mangoes)
Roman, aus dem Englischen von Ursula Gräfe (ca. 360 Seiten) -- nicht mehr lieferbar

Am 17. August 1988 explodiert das Flugzeug des pakistanischen Präsidenten Zia ul-Haq. An Bord befinden sich neben dem Militärdiktator und treuesten Verbündeten der USA im Krieg der Mudschaheddin gegen die Sowjets einige seiner ranghöchsten Generäle und der US-Botschafter Arnold Raphel. Bis heute ist es eine der großen offenen Fragen in der Geschichte Pakistans, ob es sich bei dem mysteriösen Absturz um einen Unfall oder um ein Attentat handelte.
Hanif greift dieses Ereignis auf und entwickelt daraus einen Roman mit anarchischer Komik und schwarzem Humor. "Eine Kiste explodierender Mangos" ist eine vielschichtige, brillant und höchst spannend erzählte Satire über Männer, Macht und Militär, die vor dem Hintergrund des historischen Ereignisses die Verstrickungen auch der gegenwärtigen globalen Politik aufdeckt.
Mohammed Hanif, geboren 1965 in Okara/Pakistan, war Pilot der pakistanischen Luftwaffe, bevor er eine Karriere als Journalist einschlug. Er schrieb Theaterstücke und Drehbücher. Heute leitet er den Urdu Service des Radiosenders BBC. 
"Eine Kiste explodierender Mangos" ist sein erster Roman, der schon kurz nach Erscheinen für den Man Booker Prize nominiert wurde.

Teresa Ruiz Rosas (Peru)

Die verwandelte Frau (La mujer cambiada)
Roman, aus dem Spanischen von José Enrique Chirinos (ca. 200 Seiten)

In einer angesehenen Schönheitschirurgiepraxis in Lima stellt Elvira Peña Dr. Bustíos vor eine große Herausforderung: Sie möchte eine andere werden. Ohne nach den Motiven zu fragen, führt der Chirurg die Operation durch und verändert somit nicht nur Elviras Leben, sondern auch sein eigenes. Elvira überzeugt den Arzt, der sich auf dem Gipfel seines Ruhmes befindet, die Reichen von Lima und ihre Falten- und Busenprobleme hinter sich zu lassen und mit ihr in Arequipa eine Praxis der ganz anderen Art zu eröffnen: Hier sind die Patienten Menschen, die die Operationen wirklich brauchen – Opfer von Unfällen etwa oder auch Menschen auf der Flucht, wie auch Elvira Peña. Sie flüchtet vor den Terroristen des „Leuchtenden Pfades“, die während der Unruhen in Peru ihren Geliebten entführt haben. Sie flüchtet aber auch vor ihrem Ex-Mann und muss sich am Ende doch einer ganz anderen Wahrheit stellen.
Die Autorin und Übersetzerin Teresa Ruiz Rosas wurde 1956 in Arequipa/Peru geboren. Ihr erster Roman "Der Kopist" (übers. v. Alicia Padrós) ist 1996 im Amman Verlag erschienen, dann folgte "Wer fragt schon nach Kuhle Wampe" 2008 im Verlag Ralf Liebe. Die Autorin lebt in Köln.

 

[Prospekt 2009 als pdf]

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